Kuba-Hilfe
Pate werden
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17 Jahre Kita Kuba-Hilfe in Párraga

Ein Bericht von Britta Bomball, freie Mitarbeiterin Kuba-Hilfe



G
eheimnisvolles Treiben zog sich schon am frühen Morgen des 11. Februars 2019 durch den gesamten Ortsteil Párraga.


Man sah kleine Mäuse, Kätzchen und Rüschenröckchen hier und da vorbei huschen, an den Händen ihrer Mütter und Väter. Es schien ein ganz besonderer Tag in Párraga zu sein, denn alle versammelten sich hinter der Kirche Santa Barbara. Als sich die großen Türen der Kirche öffneten, spürte man große Aufregung unter den Besuchern. 17 Jahre ist es her, dass sich hier ganz andere Türen öffneten, nämlich die Türen des Kuba-Hilfe-Kindergartens! Es war ein großes Glück, sprach eine Mutter aufgeregt ins Mikrofon, als um 9 Uhr die Jubiläumsfeier begann. Sie bedankte sich spontan bei der Bernhard Adolph-Stiftung / Kuba Hilfe für die unermüdliche Hilfe mit Essen und Kleidung für die Kinder und allem, was man braucht und nicht hat. Die Tränen, die sie so hartnäckig wegzudrücken versuchte, rannen ihr am Ende doch noch über die Wangen. Nicht nur ihr, auch bei der Delegation der Kuba-Hilfe blieben die Augen nicht trocken. Die leitende Ordensschwester Remedios Galeote lächelte gerührt und hieß nun alle anwesenden Eltern und Verwandten willkommen.

Während ihrer Ansprache rutschten die kleinen Mäuschen, Kätzchen und Hühnchen unruhig auf ihren Plätzen umher. Wann würde es denn endlich losgehen? Mit großen, neugierigen Augen schauten sie sich auch die seltsamen Gäste aus Europa an, bevor sie wieder verspielt an ihren Tierkostümen herum zupften. Eine der vielen Erzieherinnen eilte herbei, um den Katzenschnurrbart des „jungen Katers“ auszubessern. Der Kater war zufrieden, denn das verkürzte die Wartezeit bis zu seinem großen Auftritt. Die drei bis vier-Jährigen sind die jüngste Gruppe des Kindergartens.

Der Vorsitzende und Gründer der Kuba-Hilfe, Stifter Bernhard Adolph, trat ans Mikrofon und sprach stolze aber auch mahnende Worte an die Eltern. Zusammen müsse man etwas dafür tun, um Harmonie und Frieden zu bewahren für die Zukunft der Kinder, und deren Förderung stets im Auge behalten.

Dann war es endlich soweit, alle Reden waren gesprochen und nun durfte endlich die erste Kindergruppe in die Kirchenmitte laufen. Die Kleinen waren ein wenig schüchtern, umgeben von so viel Publikum, aber sie führten ein Tänzchen in ihren niedlichen Kostümen vor, in dem gesungen und geklatscht wurde. Als die Kleinsten wieder auf ihren Bänken hin und her rutschten, kamen die älteren Kinder an die Reihe. Sie genossen ihren Auftritt sichtlich. Stolz liefen sie in die Mitte und brachten in weißen Gewändern hinreißende Kinder-Gospelsongs zu Gehör. Arme hoch, Arme runter – voller Inbrunst erwachten hier ganz neue Bühnentalente! Kindergartenleiterin Kenia Dominguez war stolz und lächelte zu ihren Schützlingen hinüber. Sie wusste zu erzählen, dass die Kinder ganz verrückt danach sind, kleine Programme einzustudieren, um diese vor dem Publikum zu präsentieren. Die Kuba-Hilfe-Delegation machte Fotos und Videos von diesen rührenden Vorträgen. Einige ältere Kinder trugen Gedichte des berühmten National-Dichters Jose Marti vor, plötzlich wurde das Mikro freigegeben, und alle die wollten, durften Poesie zum Besten geben. So was hat man noch nicht gesehen, die Kinder wollten alle!

Stifter Bernhard Adolph und die anderen europäischen Gäste blieben keinesfalls von dem Mikrofon verschont. Mit schelmischem Blick bat Kenia Dominguez die deutsche Gruppe, ein deutsches Kinderlied ins Mikro zu singen. Wer jemals im Kindergarten war, weiß, dass man der Leiterin immer gehorchen muss. Also stimmte Bernhard Adolph an, und gemeinsam sang man bis zur dritten Strophe und zur allgemeinen Freude das Liedchen „Hänschen Klein“. Die Kinder spendeten Applaus, wurden jedoch unruhig, man erwartete schließlich noch einen Ehrengast! Die Ältesten- Tanzgruppe führte in glänzenden Kleidern Mambo- und Karnevals-Tänze vor. Ein fröhliches Fest, welchem plötzlich noch die vier-Jährigen mit Kinder-Salsa zur Krönung verhalfen. Die sehr jungen Damen schoben ihre noch jüngeren Tanzpartner von links nach rechts und gaben alles. Die jungen Herren hingegen wird das Tanzfieber vermutlich erst im nächsten Jahr so richtig packen. Derzeit schonten sie ihre Kräfte lieber noch ein wenig.

Nachdem die letzten Kinder die Kirchenbühne verlassen hatten, betrat die Sensation des Tages die heiligen Hallen. Der Clown war da! Alle Kinder, ob groß oder klein, hüpften vor Freude hoch und runter und flitzten nach vorn, um sich schnell auf dem Kirchenboden vor den Bänken einen Platz zu sichern. Man durfte doch nichts verpassen! Die Frage, ob den Kindern nicht kalt auf dem Boden wurde, erübrigte sich bei satten tropischen dreißig Grad. Der Clown konnte einfach alles, es wurde gezaubert, Luftballons zum Hund gedreht, gealbert, gesungen und endlos gelacht. Die Kinder waren glücklich, und ihre Eltern hatten ihre Freude! Ein wunderschönes Fest für Groß und Klein. Zum festlichen Abschluss wurden alle Gäste zu non-limited-Zuckerwatte und Häppchen eingeladen. Fiesta de Cuba!

17 Jahre … stolze Eltern und lachende Kinder, Erzieher, Köche, Sozialarbeiter, Schwestern und freiwillige Helfer, die alle Höhen und Tiefen gemeistert haben – vom Hurrikan bis zum Tornado. Die Kuba-Hilfe kann auf fundamentale und sinnvolle Arbeit zurückblicken! Dank aller Spender und der Reiseagentur avenTOURa, die mit Spenden beim Bau des Kindergartens geholfen hat und seither Reisegruppen nach Parrága führt.